29.11.2009
Gedanken zum ersten Advent
Es ist aber gerade jetzt die Zeit, mal innezuhalten, auf das Jahr zurückzublicken und zu reflektieren, was gewesen ist. Es ist auch Zeit für besinnliche und ruhige Stunden. Nicht immer ist dies möglich, aber wir sollten die Möglichkeiten, die sich bieten, ergreifen. Vielleicht auch heute.
Ich wünsche allen Lesern meines Blogs einen geruhsamen ersten Advent und eine besinnliche, nicht allzu hektische Vorweihnachtszeit.
28.11.2009
150 Great Books To Read Before You Die
Der Titel des Blogeintrages ist übrigens nicht zu hundert Prozent korrekt, da einige Bücher doppelt vorkommen...
Zunächst die Liste der Briten:
- Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice) – Jane Austen
- Herr der Ringe (The Lord of the Rings) – JRR Tolkien (englisch)
- Jane Eyre – Charlotte Brontë
- Harry Potter – JK Rowling
- Wer die Nachtigall stört (To kill a Mockingbird) – Harper Lee
- Die Bibel [in Teilen]
- Sturmhöhe (Wuthering Heights) – Emily Brontë
- 1984 (Nineteen Eighty Four) – George Orwell
- Der goldene Kompass, Das magische Messer und das Bernstein-Teleskop (His Dark Materials) – Philip Pullman
- Große Erwartungen (Great Expectations) – Charles Dickens
- Betty und ihre Schwestern (Little Women) – Louisa M Alcott
- Tess (Tess of the D’Urbervilles) – Thomas Hardy
- Catch 22 – Joseph Heller
- Alle Werke von Shakespeare (Complete Works of Shakespeare)
- Rebecca – Daphne Du Maurier
- Der kleine Hobbit (The Hobbit) – JRR Tolkien
- Birdsong – Sebastian Faulk
- Der Fänger im Roggen (Catcher in the Rye) – JD Salinger
- Die Frau des Zeitreisenden (The Time Traveler’s Wife) – Audrey Niffenegger
- Middlemarch – George Eliot
- Vom Winde verweht (Gone With The Wind) – Margaret Mitchell
- Der große Gatsby (The Great Gatsby) – Scott Fitzgerald
- Bleak House – Charles Dickens
- Krieg und Frieden (War and Peace) – Leo Tolstoy
- Die Anhalter Saga; Trilogie in 5 Bänden (The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy) – Douglas Adams
- Wiedersehen mit Brideshead (Brideshead Revisited) – Evelyn Waugh
- Verbrechen und Strafe (Crime and Punishment) – Fyodor Dostoyevsky
- Früchte des Zorns (Grapes of Wrath) – John Steinbeck
- Alice im Wunderland (Alice in Wonderland) – Lewis Carroll
- Wind in den Weiden (The Wind in the Willows) – Kenneth Grahame
- Anna Karenina – Leo Tolstoy
- David Copperfield – Charles Dickens
- Die Chroniken von Narnia (Chronicles of Narnia) – CS Lewis
- Emma – Jane Austen
- Überredung (Persuasion) – Jane Austen
- Die Abenteuer im Wandschrank oder Der Löwe und die Hexe (The Lion, The Witch and The Wardrobe) – CS Lewis
- Drachenläufer (The Kite Runner) – Khaled Hossein
- Corellis Mandoline (Captain Corelli’s Mandolin) – Louis De Bernieres
- Die Geisha (Memoirs of a Geisha) – Arthur Golden
- Winnie Puuh (Winnie the Pooh) – AA Milne
- Farm der Tiere (Animal Farm) – George Orwell
- Sakrileg (The Da Vinci Code) – Dan Brown
- Hundert Jahre Einsamkeit (One Hundred Years of Solitude) – Gabriel Garcia Marquez
- Owen Meaney (A Prayer for Owen Meaney) – John Irving
- Die Frau in Weiß (The Woman in White) – Wilkie Collins
- Anne auf Green Gables (Anne of Green Gables) – LM Montgomery
- Am grünen Rand der Welt (Far From The Madding Crowd) – Thomas Hardy
- Der Report der Magd (The Handmaid’s Tale) – Margaret Atwood
- Der Herr der Fliegen (Lord of the Flies) – William Golding
- Abbitte (Atonement) – Ian McEwan
- Schiffbruch mit Tiger (Life of Pi) – Yann Martel
- Der Wüstenplanet (Dune) – Frank Herbert
- Cold Comfort Farm
- Verstand und Gefühl (Sense and Sensibility) – Jane Austen
- Eine gute Partie (A Suitable Boy) – Vikram Seth
- Im Schatten des Windes (The Shadow of the Wind) – Carlos Ruiz Zafon
- Eine Geschichte aus zwei Städten (A Tale Of Two Cities) – Charles Dickens
- Schöne neue Welt (Brave New World) – Aldous Huxley
- Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone (The Curious Incident of the Dog in the Night) – Mark Haddon
- Die Liebe in den Zeiten der Cholera (Love In The Time Of Cholera) – Gabriel Garcia Marquez
- Von Mäusen und Menschen (Of Mice and Men) – John Steinbeck
- Lolita – Vladimir Nabokov
- Die geheime Geschichte (The Secret History) – Donna Tartt
- In meinem Himmel (The Lovely Bones) – Alice Sebold
- Der Graf von Monte Christo (Count of Monte Cristo) – Alexandre Dumas
- Unterwegs (On The Road) – Jack Kerouac
- Herzen in Aufruhr (Jude the Obscure) – Thomas Hardy
- Das Tagebuch der Bridget Jones (Bridget Jones’s Diary) – Helen Fielding
- Mitternachtskinder (Midnight’s Children) – Salman Rushdie
- Moby Dick – Herman Melville
- Oliver Twist – Charles Dickens
- Dracula – Bram Stoker
- Der geheime Garten (The Secret Garden) – Frances Hodgson Burnett
- Reif für die Insel (Notes From A Small Island) – Bill Bryson
- Ulysses – James Joyce
- Inferno (The Inferno) – Dante
- Der Kampf um die Insel (Swallows and Amazons) – Arthur Ransome
- Germinal – Emile Zola
- Jahrmarkt der Eitelkeiten (Vanity Fair) – William Makepeace Thackeray
- Besessen (Possession) – AS Byatt
- Eine Weihnachtsgeschichte (A Christmas Carol) – Charles Dickens
- Der Wolkenatlas (Cloud Atlas) – David Mitchell
- Die Farbe Lila (The Color Purple) – Alice Walker
- Was vom Tage übrig blieb (The Remains of the Day) – Kazuo Ishiguro
- Madame Bovary – Gustave Flaubert
- Das Gleichgewicht der Welt (A Fine Balance) – Rohinton Mistry
- Schweinchen Wilbur und seine Freunde (Charlotte’s Web) – EB White
- Fünf Menschen, die Dir im Himmel begegnen (The Five People You Meet In Heaven) – Mitch Albom
- Adventures of Sherlock Holmes – Sir Arthur Conan Doyle
- The Faraway Tree Collection – Enid Blyton
- Herz der Finsternis (Heart of Darkness) – Joseph Conrad
- Der kleine Prinz (The Little Prince) – Antoine De Saint-Exupery
- Die Wespenfabrik (The Wasp Factory) – Iain Banks
- Unten am Fluss (Watership Down) – Richard Adams
- Ignaz oder die Verschwörung der Idioten (A Confederacy of Dunces) – John Kennedy Toole
- Eine Stadt wie Alice (A Town Like Alice) – Nevil Shute
- Die drei Musketiere (The Three Musketeers) – Alexandre Dumas
- Hamlet – William Shakespeare
- Charlie und die Schokoladenfabrik (Charlie and the Chocolate Factory) – Roald Dahl
- Les Miserables – Victor Hugo
Und jetzt schauen wir mal, was wir Deutschen so alles lesen:
- Der Herr der Ringe (Tolkien, John Ronald Reuel)
- Die Bibel
- Die Säulen der Erde (Follett, Ken)
- Das Parfum (Süskind, Patrick)
- Der kleine Prinz (Saint-Exupéry, Antoine de)
- Die Buddenbrooks (Mann, Thomas)
- Der Medicus (Gordon, Noah)
- Der Alchimist (Coelho, Paulo)
- Harry Potter und der Stein der Weisen (Rowling, Joanne K.)
- Die Päpstin (Cross, Donna W.)
- Tintenherz (Funke, Cornelia)
- Feuer und Stein (Gabaldon, Diana)
- Das Geisterhaus (Allende, Isabel)
- Der Vorleser (Schlink, Bernhard)
- Faust. Der Tragödie erster Teil (Goethe, Johann Wolfgang von)
- Der Schatten des Windes (Ruiz Zafón, Carlos)
- Stolz und Vorurteil (Austen, Jane)
- Der Name der Rose (Eco, Umberto)
- Illuminati (Brown, Dan)
- Effi Briest (Fontane, Theodor)
- Harry Potter und der Orden des Phönix (Rowling, Joanne K.)
- Der Zauberberg (Mann, Thomas)
- Vom Winde verweht (Mitchell, Margaret)
- Siddhartha (Hesse, Hermann)
- Die Entdeckung des Himmels (Mulisch, Harry)
- Die unendliche Geschichte (Ende, Michael)
- Das verborgene Wort (Hahn, Ulla)
- Die Asche meiner Mutter (McCourt, Frank)
- Narziß und Goldmund (Hesse, Hermann)
- Die Nebel von Avalon (Zimmer Bradley, Marion)
- Deutschstunde (Lenz, Siegfried)
- Die Glut (Márai, Sándor)
- Homo Faber (Frisch, Max)
- Die Entdeckung der Langsamkeit (Nadolny, Sten)
- Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (Kundera, Milan)
- Hundert Jahre Einsamkeit (García Márquez, Gabriel)
- Owen Meany (Irving, John)
- Sofies Welt (Gaarder, Jostein)
- Per Anhalter durch die Galaxis (Adams, Douglas)
- Die Wand (Haushofer, Marlen)
- Gottes Werk und Teufels Beitrag (Irving, John)
- Die Liebe in den Zeiten der Cholera (García Márquez, Gabriel)
- Der Stechlin (Fontane, Theodor)
- Der Steppenwolf (Hesse, Hermann)
- Wer die Nachtigall stört… (Lee, Harper)
- Joseph und seine Brüder (Mann, Thomas)
- Der Laden (Strittmatter, Erwin)
- Die Blechtrommel (Grass, Günter)
- Im Westen nichts Neues (Remarque, Erich Maria)
- Der Schwarm (Schätzing, Frank)
Ich werde die Liste mal für mich als Anhalt nehmen, welche Bücher es eventuell noch wert sind gelesen zu werden. Derzeit vervollständige ich noch meine SZ-Bibliothek, eine Sammlung hundert großer Romane des 20. Jahrhunderts. Einige der in den Listen genannten Bücher sind dort auch enthalten (zum Beispiel Ecos "Der Name der Rose" und "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" von Milan Kundera).
In den nächsten Tagen werde ich mal persönliche Bücherlisten hier einstellen.
23.11.2009
ClickPod - Folge 93 - Spielzeit, die Dritte
Feedback geht per Mail an clickpod@gmx.de oder bei Podster.de. Oder natürlich hier in die Kommentarfunktion.
Viel Spaß beim Hören!
Direkt-Download der Folge (17,2 MB, 25min 02sec)
22.11.2009
Aufwärtstrend erkennbar
Beim nächsten Spiel können die "Süder" eigentlich nur gewinnen, geht es doch gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer TV Gladbeck II (29.11., 20 Uhr, Gladbeck). Vielleicht ist ja eine Überraschung möglich. Wenn die Führungsspieler ihre individuellen Stärken noch besser ausspielen und auch andere Spieler (mehr) punkten, könnte das Spiel zumindest eng gestaltet werden. Das Gladbeck nicht die absolute Übermannschaft ist, zeigte der Süder Stadtrivale HTV Recklinghausen, der den Tabellenführer nach vier Vierteln und 45:45 in die Verlängerung zwang und am Ende nur knapp mit vier Punkten (53:57) unterlag.
Auf geht's, Crocodiles!
19.11.2009
Links IV
Suizid ist, wenn sich einer umbringt - Gastartikel einer Suizidalen beim Bloggerkollegen ui.
Höradvent - der Podcast-Adventskalender geht in die vierte Runde. Absolute Hörempfehlung. Los geht's am 1. Dezember.
"Grob fahrlässig": Das
Der Unterzeichner: RA Udo Vetter über einen als Anwalt niedergelassenen Richter am Oberlandesgericht i.R.
Angeblich neuer Wettskandal im Profifußball, meldet WELT ONLINE.
Dortmunder bekommt Handyrechnung über 10.000€
16.11.2009
Pappnase des Tages
Ich hatte meine Waren ordentlich aufs Band gepackt und sieben PET-Einwegpfandflaschen dahinter liegend aufgereiht. Die Kassiererin zieht meine Sachen über den Scanner, ich packe das Zeug in den Einkaufswagen. Als die Flaschen an der Reihe sind, fragt sie "Die auch noch?", lässt das Kassenband aber währenddessen lustig weiterlaufen. Ich sehe, wie sich die Flaschen zusammenschieben, sich das dahinterliegende NäKuBi dazwischenschiebt und sich meine Flaschen auf-den-Boden-purzelnderweise mit den dahinterliegenden Pfandflaschen eines kleinen Jungen vermischen. Ich bleibe ruhig, sage "Ja, sieben von den Großen", helfe dem Jungen beim Auflesen der Flaschen, nehme mein Wechselgeld, bitte die Kassiererin, mir doch bitte den Bon zu geben und verlasse den Kassenbereich. Argh.
Eine weitere Begebenheit ereignete sich einige Minuten später nur wenige hundert Meter enfernt an der Kasse eines SB-Bäckers. Ich hatte drei große Brötchen für insgesamt 1,05€ auf mein Tablett gelegt und zur Kasse gebracht. Die Kassiererin nuschelt den Preis vor sich hin, ich lege ein Zweieurostück auf ihre ausgestreckte Hand. Sie schaut erst das Geldstück an, dann mich und sagt: "Eineurofünf!" Ich stutze, schaue auf das Geldstück. Dann geht mir ein Licht auf. Kassenleute tun sich ja immer so schwer damit, Kleingeld herauszugeben. Also lege ich ein Zehncentstück dazu und sie gibt mir einen Euro und fünf Cent wieder raus. So, das hätten wir...
Außerdem noch erwähnen möchte ich noch die zwei Mädels, die wiederum ein paar Minuten später die Treppe zum Gleis 7 des Herner Bahnhofs hinaufstiegen. Naja, nicht ganz hinuf. Zwei Stufen vor dem oberen Ende der Treppe bleiben die beiden plötzlich stehen und unterhalten sich über irgendetwas. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass die beiden natürlich so ungünstig stehen und noch dazu mit großen Handtaschen bewaffnet sind, dass man nicht ohne Körperkontakt an ihnen vorbeikommt, wenn man denn zum Gleis möchte. In solchen Situationen habe ich es mir abgewöhnt, zu fragen, ob ich denn bitte durchdürfte, sondern quetsche mich einfach vorbei. Dasselbe gilt, wenn ich aus Bus/U-Bahn/Zug aussteige und die Einsteigenden sich genau vor der Tür platzieren, so dass man sie zwangsläufig fast schon wegrammen muss. Wer es nicht lernt, muss fühlen. Mal davon abgesehen, dass bei Bussen bei uns der Einstieg vorne ist - zu Recht wie ich finde. Ausnahmen gelten im Schüler- oder Berufsverkehr. Eigentlich müsste das doch jeder kapieren können, so schwer ist es doch nun wirklich nicht.
Oder doch?
10.11.2009
Nationaltorwart Robert Enke ist tot!
Wie die "BILD" meldet, ist Fußball-Nationaltorwart Robert Enke nach Informationen des Präsidenten von Hannover 96, Martin Kind, am heutigen Tage völlig überraschend verstorben. Weitere Informationen liegen zur Zeit noch nicht vor. Robert Enke wurde nur 32 Jahre alt und hinterlässt seine Frau Teresa und eine acht Monate alte Tochter, die beide im Mai adoptiert hatten. Im Jahr 2006 war die gemeinsame Tochter Lara ein einem angeborenen Herzfehler gestorben.
UPDATE:
Laut der Berliner Morgenpost" soll Robert Enke Selbstmord begangen haben. Er soll sich an einem Bahnübergang in Neustadt am Rübenbege (OT Eilvese) vor einen Zug geworfen haben. Laut Hannover-Präsident Martin Kind hat Enkes Tun "nichts mit Fußball zu tun".
07.11.2009
2000 und ein paar Zerquetschte
Borussia Dortmund II- FC Rot-Weiß Erfurt 1:0 (1:0)
Exakt diese Zahl von Zuschauern war am heutigen Samstag Nachmittag bereit, dass Spiel der Dritten Liga zwischen der Reserve von Borussia Dortmund und dem FC Rot-Weiß Erfurt zu sehen. Dazu kamen neben den Damen und Herren der Presse, Mannschaftsverantwortlichen, Polizeibeamten und Balljungen auch einige Ordner, darunter ich.
Bei Spielen der Profimannschaft besteht meine Aufgabe als Ordner darin, am Nordeingang Leute zu kontrollieren. Heute hatte ich zusammen mit einem älteren Kollegen einen abgesperrten Bereich zu "bewachen". Dadurch konnte ich das Spiel nahezu vollständig verfolgen.
Der Höhepunkt der von "Sportkamerad Florian Benedum" geleiteten Partie ereignete sich bereits in der fünften Spielminute, als Borussen-Stürmer Hille nach einem Erfurter Abwehrfehlen frei vor Torwart Orlishausen auftauchte und keine Probleme hatte, die Kugel einzunetzen.
Dieser frühe Treffer ließ ein gutes Spiel versprechen, dennoch war der Verlauf der Partie insgesamt enttäuschend. Erfurt erspielte sich in der Folge im ersten Durchgang einige Möglichkeiten und Kammlott hatte kurz vor der Pause den Ausgleich aus dem Fuß, war jedoch insgesamt ungefährlich. Nach der Pause übernahm Dortmund wieder die Kontrolle, ließ Erfurt kommen. Denen fiel jedoch nicht viel ein. Da auch der BVB sich auf der Führung ausruhte, verflachte das Spiel und wurde zunehmend langweiliger. Das durch die kalten Temparaturen schon allgegenwärtige Frieren verstärkte sich durch das langweilige Spiel noch mehr. Weitere Tore fielen nicht.
Mir persönlich fielen die Gäste oft durch Fouls auf und kassierten dafür auch zurecht drei gelbe Karten (Dortmund eine). Der Schiedsrichter war allerdings bei seinen Entscheidungen gefühlt einige Male zu oft auf Seiten der Gastgeber.
Das positive zum Schluß für mich und meine Ordnerkolleginnen und -kollegen war, dass das Stadion sich sehr schnell leerte und wir uns ins Warme verdrücken konnten. Gemeinsam mit meiner Liebsten verdrückte ich in der Dortmunder Innenstadt ein Baguette bei D'Angelo, bevor wir uns auf den Heimweg machten.
04.11.2009
Buchbesprechung: Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land
Der Turm von Uwe Tellkamp ist ein fast 1000 Seiten starkes Werk, durch das man sich zeitweise durchquält, das aber insgesamt doch ein Lesegenuss ist, auch wenn sich eine wirklich durchgängige Handlung nur schwer verfolgen lässt, zu groß sind oftmals die Themensprünge, was auch daran liegen mag, dass das Buch aus Sicht dreier recht verschiedener Hauptdarsteller erzählt wird.
Worum geht es? Im "Turm" beschreibt Uwe Tellkamp die letzten sieben Jahr der Deutschen Demokratischen Republik aus Sicht des Dresdner Bürgertums, aus Sicht vor allem von Christian Hoffmann (der zunächst Schüler und später Unteroffizier der NVA ist). Die beiden weiteren Charaktere sind Richard Hoffmann, Christians Vater und Meno Rohde, Christians Onkel.
Am Anfang liest sich das Buch sehr schleppend, der Autor ergeht sich in ausschweifenden Schilderungen von Orten und Ereignissen, die Sprache ist meist sehr hochgestochen, manche Sätze sind durchaus schonmal eine halbe Seite lang. Erst nach und nach wird dem geduldigen Leser klar, wie alles zusammenhängt. Die Bewohner des beschriebenen Milieus sind Angehörige einer Schicht, die es im Arbeiter-und-Bauern-Staat eigentlich gar nicht hätte geben dürfte. Aber auch der realexistierende Sozialismus braucht einige schlaue Köpfe. Richard Hoffmann ist Chirug, Meno Rohde Zoologe und Angestellter eines Verlages, Christian möchte Medizin studieren. Auch ansonsten "wimmelt" es von Ärzten, Anwälten und anderen Intellektuellen, die anderen Gesellschaftsschichten werden nur am Rande beschrieben.
Im Verlaufe des Buches entwickelt sich die Handlung fort, die meist streng getrennt ist, da sich die drei Hauptcharaktere kaum noch begegnen. Oftmals finden zwischen den einzelen Kapiteln wilde Themensprünge statt, das ganze erscheint teils mehr als ein Kaleidoskop aneinandergereihter Szenen als als zusammenhängender Roman, noch dadurch verstärkt, dass die vielen Dutzend Charaktere, die Tellkamp erfindet, oft nur einmal oder ansonsten in längeren Abständen erscheinen.
Auch bleiben die meisten Charaktere recht blass, oft scheint der Autor die Beschreibung der Verhältnisse in der späten DDR (die sehr gut gelungen ist, wenn auch oft klischeebehaftet und in ihrer geballten Masse unwirklich erscheinend) in den Vordergrund stellen zu wollen.
Ich habe selbst nicht in der DDR gelebt und kann daher nicht erschöpfend bewerten, ob die Verhältnisse wirklich so waren, wie sie Tellkamp (dessen "alter ego" eindeutig Christian Hoffmann zu sein scheint) beschreibt. Aber die Schilderungen sind sehr glaubwürdig und teils schockierend. Daher denke ich, dass viele ehemalige Bürgerinnen und Bürger der DDR bei Tellkamps Erzählungen wissend mit dem Kopf nicken werden - vorausgesetzt natürlich, sie haben das Buch auch gelesen. Die Auflagen- und Verkauszahlen sind für ein Buch dieses Umfangs und dieser Thematik erstaunlich, es bleibt aber zu befürchten, dass das Buch oft un- oder lediglich angelesen im Bücherschrank steht. Zwischenzeitlich war ich auf Drauf und Dran die Lektüre des Buches abzubrechen, habe insgesamt über vier Monate gebraucht. Aber: Die Stunden, die ich für die Erlebnisse von Meno, Richard, Christian und den anderen Personen geopfert habe, haben sich gelohnt.
"Der Turm" ist keine leichte Lektüre, man muss sich darauf einstellen, manchen Satz vielleicht zwei-, dreimal zu lesen, bevor man ihn erfasst hat. Einige Passagen sind manchmal auch geeignet, sie zu überspringen (insbesondere einige Tagebucheinträge von Meno, bei denen man sich fragt, was der Autor damit sagen will). Mittlerweile kann ich auch verstehen, wieso die Hörbuchfassung des Romans so kurz ist.
Für den ambitionierten, etwas überspitzt gesagt: schmerzfreien Leser ist "Der Turm" eine echte Empfehlung. Menschen, die nur hin und wieder leichte Lektüre "zu sich nehmen" werden von Stil und Umfang des Romans wohl eher abgeschreckt werden.
Zum Schluß sei noch gesagt, dass der Roman ungewöhnlich endet: Mit einem Doppelpunkt.
In einem Interview mit Spiegel Online ließ der Autor außerdem vor gut einem Jahr verlauten, der Roman sei Teil eines größeren Projekts. Man darf also gespannt sein.
"Der Turm" bei Amazon.de
"Der Turm" bei Wikipedia
Uwe Tellkamp bei Wikipedia