25.06.2008

ClickPod - Folge 67: EM-Tagebuch 2008 - Tag 8 - 12

Es geht weiter mit den Tagen 8-12 meines Tagebuches zur Fußball-Europameisterschaft 2008. Wie ich eben bemerkt habe, habe ich leider den Tag 7 vergessen zu vertonen. Infos zu den Spielen an diesem Tag gibt es dann noch in der nächsten Folge
Den Text zum Nachlesen gibt es hier

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EILMELDUNG! Skandal - UEFA sperrt Podolski für EM-Halbfinale!

EILMELDUNG - EILMELDUNG - EILMELDUNG - EILMELDUNG

UEFA SPERRT PODOLSKI FÜRS HALBFINALE!

Schock für Jogi Löw: Der Bundestrainer muss im Halbfinale auf Lukas Podolski verzichten.

Die UEFA wertete eine Handgreiflichkeit des Müncheners nach dem Spiel gegen Portugal als Tätlichkeit und sperrte ihn für eine Partie.
Berlin - Mit der Bestrafung des 23-Jährigen wurde erstmals bei einer EM ein Spieler auf Grund des Video-Beweises gesperrt.

Podolski, der auch 5000 Schweizer Franken Strafe zahlen muss,
spielt zudem ein halbes Jahr auf Bewährung und müsste bei einer weiteren Verfehlung erneut einmal aussetzen.

Für das Finale wäre der Offensivspieler aber wieder einsetzbar. Die UEFA-Entscheidung ist rechtskräftig und nicht anfechtbar.
Kapitän Michael Ballack äußerte wenig Verständnis für die Vorgehensweise der UEFA,
die "eine abgeschlossene Sache noch einmal auf den Tisch bringt."

Die UEFA-Kommission entschied aufgrund der Fernsehbilder, die der italienische Pay-TV-Sender Sky gestern erstmals ausstrahlte,
dass Podolski nach dem Viertelfinal-Spiel eine Tätlichkeit begangen haben soll.
Podolskis Part im linken Mittelfeld gegen die Türkei am Mittwoch (20:45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird somit aller
Voraussicht nach Tim Borowski übernehmen.

"Die Mannschaft wird jetzt Flügel bekommen, dass Lukas Podolski zu seinem Endspiel kommt.
Es wird ein großer Ansporn sein für Trainer und Mannschaft", sagte der Geschäftsführende DFB-Chef Theo Zwanziger.

Podolski hatte die Vorwürfe vehement zurückgewiesen: "Ich habe nichts schlimmes gemacht", sagte er im Gespräch mit der "Bild-Zeitung".
"Ich habe mich in einem Pulk befunden, in dem sich alle wild gefreut haben."

HIER gibt es im übrigen das Beweisbild, das das italienische Fernsehen der UEFA übermittelt hat.

24.06.2008

Literatur-Overkill

Die Fußball-EM wird ja schon am Sonntag beendet sein. Was macht man denn da mit der ganzen abendlichen Freizeit? Ich habe mir vorgenommen, mal wieder ein wenig mehr zu lesen und mich daher mit ein wenig Literatur versorgt. Als da wären:

Nick Hornby - Fever Pitch (auf Englisch, als Paperback und als Hörbuch)

Wikipedia sagt dazu: Das Buch behandelt das Leben eines Fußball-Fans und ist in Form eines Tagebuchs verfasst, wobei jedem Eintrag ein Fußballergebnis vorausgeht. Die Originalausgabe sowie die deutsche Übersetzung erschienen 1992. Hornbys Buch ist eine Hommage an den FC Arsenal, ein Buch über das Erwachsenwerden, die Suche nach sich selbst, Familie und Freunden.

Habe das Buch bereits angefangen zu hören/lesen und bin fasziniert davon, was aber durchaus auch daran liegen mag, dass ich mich sehr für Fußball interessiere. Ob ein Hasser dieses Sports das Buch ebenso mögen würde, vermag ich nicht zu beurteilen. Am Hörbuch finde ich sehr schön, dass es nicht gekürzt ist. Außerdem liebe ich den britischen Akzent, mit der Julian Rhind-Tutt den Text vorträgt. Die Lesegeschwindigkeit ist "intermediate", also mittel, ich habe mich nach einigen Minuten an das Tempo gewöhnt.


Michael Wein - Schicksalstage der deutschen Geschichte

Amazon.de sagt zu diesem Werk: Was genau ereignete sich am 7. August 936 bei der Krönung Ottos I., am 24. Oktober 1648 zum Ende des Dreißigjährigen Krieges oder am 9. November 1989 beim Brandenburger Tor?

Der Publizist Martin Wein macht 21 Meilensteine der deutschen Geschichte an konkreten Daten fest und erzählt spannend und anschaulich zahllose erstaunliche Einzelabläufe, die Epoche machten.


Angefangen habe ich bereits auch dieses Buch, befinde mich im zweiten Kapitel, wo es um die Krönung Otto I. geht. Das Buch hat etwa 500 Seiten und hat mich bisher begeistert. Zwar interessieren mich die Ereignisse der neueren Geschichte, die im Buch beschrieben sind (Wannseekonferenz, Anschluss Österreich, Wiedervereinigung) mehr als die "alte" deutsche Geschichte, aber ich freue mich durchaus auf den ausführlichen Streifzug durch die Jahrhunderte. Das Buch habe ich sehr günstig in der Mayerschen Buchhandlung erstanden, auch bei Amazon ist es preiswert zu bekommen.


Michael Crichton - Beute habe ich mir als Hörbuch gekauft

Gelesen wird es von Hannes Jaenicke, ich habe aber erst ein paar Minuten lang reingehört.
Amazon.de schreibt dieses dazu: Der arbeitslose Biotechnologe Jack wird in die Wüste von Nevada gerufen, wo ein Riesenunternehmen im Auftrag des US-Militärs Miniatur-Überwachungsanlagen bauen soll, die auf organischen Mini-Strukturen basieren. Menschliches Versagen hat hier zu einer Katastrophe geführt, die sich auszubreiten droht. Denn die künstlichen Maschinen-Organismen sind entwichen, und drohen nun ihrerseits Beute auf den Menschen zu machen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Beschreibung nach scheint dieser Roman ein Thriller mit techno-biologischem Hintergrund zu sein, speziell geht es um Nanotechnologie.
Die Amazon-Rezensenten (142) verteilen durchschnittlich 4,75 von 5 Sternen. Ich lasse mich mal überraschen und werde hier oder im Podcast mehr dazu erzählen, sobald ich das Hörbuch angehört habe.


Last, but not least:
Alastair Reynolds - Die Arche habe ich mir heute als Taschenbuch besorgt.

Ich hatte noch einen Buchgutschein im Wert von zehn Euro, den ich heute einlösen wollte. Da ich schon länger keinen ganzen Science-Fictio-Roman mehr gelesen hatte (das letzte aus diesem Genre waren ein paar Roboter-Kurzgeschichten von Isaac Asimov), begab ich mich also in die Sci-Fi/Fantasy-Ecke. Ein paar Star Wars-Bücher sprangen mir ins Auge und dann schließlich das dicke Buch, dass ich mir dann gekauft habe. 850 Seiten für 9,95€ und ein Klappentext, der eine interessante Geschichte verspricht.
Kurz: Es ist das 27. Jahrhundert, die Menschheit expandiert mit riesigen Schiffen immer weiter ins All und trifft plötzlich auf eine Maschinenzivilisation, die nach sich ausbreitenden biologischen Zivilisationen sucht, um diese zu bekämpfen. Und nun trifft es die Menschheit...
Sicherlich ist dieser Roman nur etwas für Sci-Fi-Fans. Auf Amazon habe ich in einer Rezension gelesen, man müsse einen anderen Roman von Reynolds gelesen haben, um dieses Buch richtig zu verstehen. Mal sehen. Wenn mir das Buch gut gefällt, kaufe ich gerne auch weitere Bücher. Auch wenn die Reihe sicherlich nicht an Asimovs Foundation-Trilogie herankommen wird. Keine Space Opera kann das.

Ach ja: Meine Liebste hat sich zuletzt das Hörbuch von "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" angeschafft, das unsere derzeitige akustische Einschlafunterhaltung darstellt. Und das Hörbuch vom "Hobbit" ist bereits unterwegs.
Und als nächstes auf meiner "Anschaff-Liste" ist "SLAM" von Nick Hornby. Aber gemach, erstmal ist einiges zu lesen/hören.

23.06.2008

Zwei seltsame Tage...

...liegen vor uns.
Weder heute noch morgen werden wir Netzer&Delling oder "Die drei von der Seebühne" (Kerner, Klopp & Mayer) zu sehen oder zu hören bekommen. Auch Bela Rethy, Thomas Wark, Steffen Simon und Tom Bartels können ihren Stimmen heute und morgen schonen.

Ruhetage bei einem großen Fussballturnier sind etwas besonderes. Irgendwie gut. Aber irgendwie weiß man nach zwei Wochen, in denen das Abendprogramm von vornherein feststand gar nicht, was man tun soll.

Aber halt, da fallen mir spontan drei Dinge ein:

Selbst Sport treiben, Lesen, Podcasts hören.

Wie hieß es einmal sinngemäß so schön in einer "Star Trek: Deep Space Nine"-Folge?
"Major, mindestens zwei dieser Dinge müssen vollständig und ausgiebig genutzt werden, bevor ich Sie wieder zum Dienst zulasse"


Also dann.

21.06.2008

Das EM-Tagebuch - Tag 8 - 12

Leider kam ich in den letzten paar Tagen nicht zum Bloggen, deshalb heute ein etwas ausführlicherer Tagebucheintrag

Samstag, 14. Juni 2008
Es war wieder ein Tag der Entscheidungen: Spanien stand nach dem Last-Minute-Sieg gegen Schweden als Viertelfinalist und Gruppensieger fest, während Titelverteidiger Griechenland 0:1 gegen Russland verlor und bereits ausgeschieden war.

Es war erneut David Villa, der für Spanien die drei Punkte sicherte. Als alles schon mit einem Unentschieden rechnete, erzielte der Mann vom FC Valencia in der zweiten Minuten der Nachspielzeit das Siegtor, gleichzeitig sein vierter Treffer im zweiten Spiel.

0:1 ist ein knappes Ergebnis. Aber dennoch hatte man kaum den Eindruck, dass Griechenland gegen Russland ein Tor gelingen würde. Die alternde Mannschaft, die zu Großteilen noch aus den Europameistern von 2004 in Portugal bestand, kam mit ihrem veralteten System und ihrer defensiven Einstellung kaum zu Einschussmöglichkeiten. Dass der Mannschaft die Titelverteidigung nicht gelingen würde, war vorher eigentlich jedem klar gewesen. Dass man aber derart schwach agieren würde und nach zwei Spielen als einziges Team nicht ein einziges Tor erzielt haben würde, war dann doch nicht zu erwarten gewesen.

Sonntag, 15. Juni 2008
Vor dem letzten Spieltag in Gruppe A stand Portugal bereits als Gruppensieger fest, während Gastgeber Schweiz keine Chance mehr auf das Weiterkommen hatte.

Um die Stars für das Viertelfinale zu schonen, bot Trainer Scolari eine B-Elf auf, die jedoch trotzdem eine hervorragende Leistung zeigte. Zwar gewannen die Eidgenossen das Spiel durch zwei Tore von Hakan Yakin mit 2:0 und machten dem scheidenden Trainer Jakob Kühn damit ein Abschiedsgeschenk, doch auch die Iberer mischten ordentlich mit und hatten einige Chancen. Unvergessen auch die "Überkreuzflanke" eines spanischen Akteurs.

Türkei oder Tschechien. So hießen die Kandidaten für den zweiten Platz in dieser Gruppe. Tschechien ging durch Koller (34.) und Plasil (62.) mit zwei Toren in Führung und sah bis fünfzehn Minuten vor dem Ende bereits wie der sichere Sieger aus. Aber wie schon im Spiel gegen die Schweiz bewies die Elf von Fatih Terim große Moral. Nach dem Anschlusstreffer von Arda in der 75. Minute drückte die Türkei weiter auf das Tor von Petr Cech,zunächst ohne Erfolg. Als es so aussah, als sollte Tschechien doch das Viertelfinale erreichen, sorgte der 29-jährige Kapitän der Türken, Nihat Kahveci mit einem Doppelschlag (87., 89.) zunächst für den Ausgleich (der am Ende ein Elfmeterschießen bedeutet hätte, da beide Teams punkt- und torgleich gewesen wären) und kurz danach für den nicht mehr für möglich gehaltenen Siegtreffer. In der Nachspielzeit gab es noch einen Platzverweis für den türkischen Torhüter Volkan Demirel, der Jan Koller zu Boden stieß und dafür später von der UEFA mit zwei Spielen Sperre belegt wurde.

Montag, 16. Juni 2008
30 Jahre nach der in den letzten Wochen viel zitierten "Schmach von Cordoba" kam es wieder zu einem "Endspiel" zwischen Deutschland und Österreich. Österreich besaß noch die Chance aufs Weiterkommen, musste dafür jedoch gegen Deutschland gewinnen und auf einen gleichzeitigen Sieg der Kroaten gegen die Polen hoffen. Der Elf von Joachim Löw reichte bereits ein Unentschieden zum Einzug ins Viertelfinale.

Es entwickelte sich ein nervöses Geduldsspiel. Für den ersten Paukenschlag sorgten die Offiziellen, die beide Trainer auf die Tribüne verbannten. Man fragte sich, warum. Angeblich hätten sie sich gegenseitig angeschrieen und den Vierten Offiziellen beleidigt. Beide wurden im Nachhinein noch für ein Spiel gesperrt, was angesichts des unruhigen Verhaltens von Trainern wie Slaven Bilic oder Fatih Terim lächerlich erscheint.
Das Spiel gewannen am Ende die Deutschen durch einen genialen Freistoss von Michael Ballack. Österreich kam ein paar Mal durchaus aussichtsreich in die Nähe des Tores von Jens Lehmann, zu wirklich hochkarätigen Torchancen reichte es jedoch nicht.
Damit war auch der zweite Gastgeber bereits in der Vorrunde ausgeschieden.

Das zweite Spiel des Abends hatte keinen wirklichen dramaturgischen Wert, der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Kroatien überlegen spielte und gegen Polen mit 1:0 gewann.

Dienstag, 17. Juni 2008
Der letzte Spieltag in der Gruppe C stand an. Und es war noch fast alles drin.
Holland hatte die ersten beide Spiele überragend agiert und stand als Gruppensieger fest. Die Konstellation dahinter bot einige mögliche Varianten: Holland spielte gegen Rumänien, Frankreich traf auf Italien.
Bei einem Sieg Rumäniens gegen die Niederländer wäre das andere Spiel zur Bedeutungslosigkeit verkommen, da sich Rumänien damit den zweiten Platz gesichert hätte. Und die Aussicht war durchaus gegeben, da Holland wie zuvor auch Portugal mit einer auf vielen Positionen veränderten Mannschaft antrat. Doch trotz alledem besiegte das Team von Marco van Basten die Osteuropäer mit 2:0.

Im zweiten Spiel lief es von Beginn an schlecht für Frankreich. Zunächst verletzte sich Frank Ribéry - in den ersten beiden Spielen einer der Lichtblicke im Team von Raymond Domenech - schwer und musstefrüh (10. Minute) ausgewechselt werden. Dann verursachte Abidal durch eine Notbremse noch einen Foulelfmeter (24.) und wurde vom Platz gestellt. Den Strafstoß verwandelte Pirlo sicher zum 1:0. In der Folgezeit kamen die dezimierten Franzosen kaum ins Spiel und kassierten in der zweiten Halbzeit durch Daniele de Rossi (62.) den zweiten Gegentreffer, der das Aus bedeutete.

Mittwoch, 18. Juni 2008
Zum Abschluss der Vorrunde wurde noch ein Viertelfinalist gesucht, der Gegner der Holländer.
Spanien war bereits qualifiziert, Griechenland bereits ausgeschieden.
Folgerichtig schonte Spaniens Trainer fast die komplett A-Elf, während Helenen-Trainer Otto Rehagel die Devise ausgegeben hatte, sich ordentlich aus dem Turnier zu verabschieden.
Zunächst sah es auch danach aus, Angelos Charisteas erzielte das 1:0 und damit den ersten (und einzigen) Treffer der Griechen bei dieser EM. In der zweiten Halbzeit stellen dann aber de la Red und Guiza den spanischen Sieg sicher.

Im anderen Spiel kämpften Russland und Schweden um das letzte Ticket. Die Mannen von Guus Hiddink überraschten dabei mit ungeahnter Spielfreude und druckvollem Auftreten, während die Lagerbäck-Elf um Zlatan Ibrahimovic müde wirkte und kaum ins Spiel kam. Folgerichtig gewann Russland durch Tore von Roman Pawljutschenko (24.)
und Andrei Arschawin (50.) mit 2:0. Für den Trainer Hiddink ist das Viertelfinale etwas ganz besonderes, geht es doch gegen seine Landsleute aus Holland.
Die russischen Spieler wurden übrigens von ihrem Verband für die Qualifikation für die Runde der letzten Acht fürstlich entlohnt: Mit 300.000€ pro Person. Da sieht man, wo das Geld ist...

Nach Abschluss der Vorrunde standen also nun folgende Viertelfinalbegegnungen fest:

Portugal - Deutschland
Kroatien - Türkei
Niederlande - Russland
Spanien - Italien

14.06.2008

ClickPod - Folge 66: EM-Tagebuch 2008 - Tag 4 - 6

Es geht weiter mit den Tagen 4-6 meines Tagebuches zur Fußball-Europameisterschaft 2008.
Den Text zum Nachlesen gibt es hier

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Sportreporterlatein?

Hoffentlich geben die russischen Gashändler diese Eitelkeiten nicht an den deutschen Endverbraucher weiter.

ZDF-Kommentator Thomas Wark beim EM-Spiel Griechenland-Russland über die Transferaktivitäten von Zenit St. Petersburg.

Das EM-Tagebuch - Tag 7

Freitag, 13. Juni 2008

Am 7. Tage sollst du ruhen, heißt es. Wohl am besten gerade dann, wenn der siebte Tag ein Freitag und noch dazu ein Dreizehnter ist.

Keine Ruhe hatten am siebten Tag der WM, jenem Freitag, dem 13. die Mannschaften der Gruppe C. Italien wollte gegen Rumänien das 0:3 gegen Holland vergessen machen, die Franzosen brannten auf ihren ersten Sieg gegen eben diese Holländer.

Beide Vorhaben scheiterten.

Italien lieferte sich mit Rumänien ein gutklassiges und ungemein spannendes Spiel. Kurz nacheinander vielen die beiden Tore durch Mutu (55.) und Panucci (56.). Am Ende hätte Rumänien fast noch gewonnen und die "Azzuri" konnten sich bei ihrem Torhüter Buffon bedanken, dass sie noch nicht endgültig ausgeschieden sind. Rumänien bekam nämlich vom norwegischen Schiedsrichter einen Strafstoß zugesprochen. Mutu schoss den Ball in die Tormitte und Buffon, der von sich aus gesehen nach links sprang erwischte den Ball noch mit Finger- und Fußspitze und konnte ihn abwehren.

Im zweiten Spiel des Abends kam ein Ergebnis zustande, dass beeindruckend ist, in der Höhe aber wohl um ein Tor zu deutlich ausfiel: Niederlande - Frankreich 4:1. Holland darf sich nun damit brüsten, nacheinander den Weltmeister und den Vizeweltmeister jeweils deutlich besiegt zu haben.
Zu verdanken haben die Oranjes dies ihrer äußerst erfolgreichen und schlagkräftige Offensive um van Nistelrooj, van Persie, Kuyt und Arjen Robben. Trainer van Basten bewies Mut, beim Stand von 1:0 zur Pause Robben und van Persie zu bringen. Das Risiko wurde aber belohnt, denn beide Joker stachen. Van Persie erzielte zunächst das 2:0. In den darauffolgenden Minuten drängten die Franzosen auf das Tor von van der Sar und hatten auch Erfolg: Thierry Henry erzielte in der 71. den Anschlusstreffer. Die Freude der Equipe tricolore währte jedoch nur einige Sekunden, da Robben im direkten Gegenzug mit einem Schuss aus spitzem Winkel Grégory Coupet überwand.
Die Franzosen gaben sich nicht auf, kamen jedoch zu keinem weiteren Treffer.
In der Nachspielzeit setzte Wesley Sneijder mit einem Fernschuss und dem 4:1 den Schlusspunkt.

Holland ist mit diesen zwei überzeugengen Leistungen, dem vorzeitigen Einzug ins Viertelfinale und dem Gruppensieg derzeit der heißeste Anwärter auf den EM-Titel.
Aber im Jahr 2000 war dies ähnlich und am Ende scheiterten sie im Halbfinale im Elfmeterschießen.

Für Frankreich und Italien geht es nun im direkten Duell ums Weiterkommen. Beide haben es aber selbst nicht in der Hand, sondern müssen hoffen, dass Holland, dass sicherlich einige Spieler schonen wird, gegen die Rumänen nicht verliert.

Weltmeister und Vizeweltmeister stehen also am Abgrund.
Wie es wohl weiter geht?

Schaun' mer mal, dann sehn wer schon!

13.06.2008

Das EM-Tagebuch 2008 - Tag 4 - 6

Dienstag, 10. Juni 2008

Die Gruppe D griff ins Geschehen ein und damit hatten alle Mannschaften einmal gespielt. Die Spanier zeigten gegen Russland eine sehr starke Leistung und gewannen im bisher dato torreichsten Spiel des Turniers mit 4:1. Der dreifache Torschütze Villa ragte aus dem Team der Iberer besonders heraus und übernahm vorrübergehend die alleinige Führung in der Torjägerliste.

Das zweite Spiel des Abends war ein starker Kontrast zur ersten Partie. In einem sehr schwachen Spiel standen sich Europameister Griechenland und der skandinavische Vertreter Schweden gegenüber. Über die erste Halbzeit kann man getrost den Mantel des Schweigens legen, es passierte rein gar nichts. Die zweite Halbzeit war nicht viel besser, aber es vielen immerhin zwei Tore. Das 1:0 der Schweden beendete die über zwei Jahre andauernde torlose Zeit im Nationaltrikot von Zlatan Ibrahimovic, der mit 12 Millionen Euro per Anno der am besten bezahlte Spieler in Europa ist. Das zweite Tor der Nordlicher, erzielt durch Petter Hansson von Stade Rennes, war symptomatisch für die Partie: Drei Griechen und Hansson kämpften stochernd um den Ball, der dann glücklich im Tor landete. Für beide Mannschaften wird es sehr schwer, sich in dieser Gruppe noch den zweiten Platz zu sichern, der erste scheint an Spanien vergeben.

Mittwoch, 11. Juni 2008
Der zweite Spieltag in der Gruppe B stand auf dem Programm. Für die Schweiz und die Türkei ging es im direkten Duell schon um alles, während sich Portugal mit einem Sieg gegen Tschechien bereits das Weiterkommen sichern konnte.

1:3 stand es Ende für Portugal, das damit weiter die Tabelle anführte. Wie schon im ersten Spiel zeigten Cristiano Ronaldo und Co. eine sehr ansprechende Leistung und siegten verdient. Die Tschechen haben es aber im letzten Spiel gegen die Türkei selbst in der Hand.

Eine Premiere gab es im zweiten Spiel des Abends zwischen Gastgeber Schweiz und der Türkei. In der Neuauflage des "Skandal-Spiels" von 2005, wo nach dem 4:2-Sieg der Schweiz in Istanbul Spieler und Betreuer beider Mannschaften einander mit Schlägen und Tritten traktiert hatten, drehte zum ersten Mal eine Mannschaft ein Spiel.
Nach dem die Schweiz, bei denen die beiden etablierten Stürmer Frei und Streller verletzt fehlen, durch Hakan Yakin in der ersten Halbzeit in Führung gegangen waren, glichen die Türken in der zweiten Halbzeit nicht nur aus, sondern besorgten durch einen Konter in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch Arda Turan gar noch den Sieg. Es war ein rassiges, kampfbetontes Spiel, in dem beide Mannschaften zeitweise mit fast indiskutablen Platzverhältnissen infolge starken Regens zu kämpfen hatten.

Nach vier Spielen sind in der Gruppe A bereits zwei Entscheidungen gefallen: Portugal steht als Gruppensieger und Viertelfinalist fest, Gastgeber Schweiz ist ausgeschieden.
Eine pikante Situation ergibt sich im letzten Spiele zwischen der Türkei und Tschechien. Beide Teams sind punkt- und torgleich. Sollte das Spiel nach neunzig Minuten unentschieden enden, müsste ein Elfmeterschießen über den Einzug ins Viertelfinale entscheiden.

Donnerstag, 12. Juni 2008
Große Euphorie herrschte in Deutschland nach dem überzeugenden 2:0-Sieg der Löw-Elf im ersten EM-Spiel gegen Polen. Mit einem Sieg gegen Kroatien hätte das Weiterkommen bereits perfekt gemacht werden können. Hätte, wohlgemerkt.
Denn die deutsche Mannschaft spielte in Klagenfurt wie ausgewechselt, konnte zu keiner Zeit an die Leistung gegen Polen anknüpfen. Verdient führten die Kroaten 2:0, bevor Lukas Podolski mit einem weiteren schönen Tor - seinem dritten in diesem Turnier, womit er mit David Villa gleichzieht - noch einmal kurzfristig Hoffnung auf einen Punkt schürte. Als dann Bastian Schweinsteiger in einem unbeherrschten Moment einen Kroaten zu Boden schubste und dafür Rot sah, war alles gelaufen.

Im Spiel am späteren Abend schien es lange Zeit so, als würde auch der zweite EM-Gastgeber bereits nach zwei Spielen ausscheiden. Durch ein Abseits-Tor war Kroatien in Führung gegangen und konnte froh sein, dass Österreich ein Elfmeter zunächst verwehrt blieb. Die Kicker aus der Alpenrepublik - allen voran Martin Harnik - hatten es sich aber selbst zuzuschreiben, dass sie auch in der 92. Minute noch immer in Rückstand lagen, beste Chancen hatten sie ausgelassen. Dann aber pfiff der englische Schiedsrichter doch noch einen Foulelfmeter, den Vastic sicher verwandelte und damit in Österreich die Hoffnung auf ein zweites Cordobá schürte - das Endspiel um Platz 2 steigt am kommenden Montag in Wien. Deutschland haat es Dank des späten österreichischen Ausgleiches selbst in der Hand und benötigt zum Weiterkommen lediglich ein Unentschieden. Dies sollte aber nicht das Ziel der Löw-Elf sein, im Gegenteil. Wer ins Viertelfinale gegen Portugal will, sollte die Mannschaft von Josef Hickersberger schlagen. Wenn es geht, überzeugend und klar und deutlich.

Auf geht's, Jungs!

11.06.2008

Bett Nummer Zwei

Bett = 0,90m x 2,00m.
Couch = 0,47m x 2,00m.

Ich brauche nicht zu erwähnen, wo ich gestern Abend einschlief?
Gut, dass ich meistens auf der Seite zu schlafen pflege und mir schon vorsorglich während des Fernsehens eine Decke geholt hatte. Nicht zu vergessen: das Sofakissen, das sowieso immer dort liegt.

So, jetzt wird erstmal gefrühstückt.

10.06.2008

ClickPod - Folge 65: EM-Tagebuch, Tag 1-3

Heute die Vertonung des ersten Teils meines Tagebuchs zur Fußball-EM.
Den Text zum Nachlesen gibt es hier

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Das EM-Tagebuch 2008 - Tag 1 - 3

Samstag, 7. Juni 2008
Das lange Warten hat endlich ein Ende: Die Fussball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz nimmt ihren Lauf.
Zum Eröffnungsspiel habe ich mich bereits über eine Stunde vor Anpfiff auf dem Dortmunder Friedensplatz eingefunden. So früh deshalb, weil ich, obwohl das Eröffnungsspiel "nur" Schweiz - Tschechien lautet, mit einem sehr vollen Platz gerechnet habe.
Dies wird sich später als unnötig erweisen, denn obwohl durchaus einige Public Viewing-Fetischisten kommen, ist der Platz bei weitem nicht so gerammelt voll wie er es bei der Übertragung des DFB-Pokalfinales Bayern München - Borussia Dortmund vor einigen Wochen war. Aber durch das frühe Erscheinen meinerseits konnte ich einen guten Sitzplatz im Biergarten ergattern und das Spiel bei Jubelpreisen von 2,50€ pro Bratwurst und 3,50€ für 0,4l Cola (inkl. Pfand) genießen. Leider regnete es zweimal während des Spiels, aber beide Male konnte ich erfolgreich in den überdachten Teil des Biergartens flüchten.
Das passende Outfit zur Fussball-EM hatte ich mir übrigens zwei Tage vorher in einem großen Supermarkt besorgt: Ein um 50% reduziertes und wohl von der WM 2006 übriggebliebenes WM-1954-Retro-Deutschland-Shirt. Irgendwie ist es ja doch schick und man glaubt ständig Herbert Zimmermanns Stimme zu hören: "...aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen..."

Geschossen haben dann im ersten Spiel überwiegend die Schweizer, die kurz vor der Halbzeit ihren Kapitän Alexander Frei mit einer Innenbandverletzung verloren. Etwa sechs Wochen Pause. Den meisten Zuschauern auf dem Platz wird das ebensowenig gefallen haben wie dem ZDF-Experten Jürgen Klopp, spielt Frei doch für Borussia Dortmund und ist Klopp doch sein neuer Übungsleiter.

Trotz überlegenen Spiels in der zweiten Halbzeit schafften es die Eidgenossen nicht, ein Tor zu erzielen, was den Tschechen wiederum dann doch gelang. Misimovic erzielte das 1:0 und damit den glücklichen Siegtreffer für die Elf von Karel Brückner, der irgendwie wie ein Orchesterdirigent aussieht.

Nach dem Eröffnungsspiel machte ich mich dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg nachhause, wo ich noch gerade rechtzeitig zum Spiel der Portugiesen gegen die Türkei ankam. Portugal spielte teils beeindruckenden Fussball und gewann hochverdient mit 2:0.

Sonntag, 8. Juni 2008
Am zweiten Turniertag griff der größte Außenseiter des Turniers ins Geschehen ein: Co-Gastgeber Österreich. Man möge mir verzeihen, dass ich dies hier schreibe, aber es ist doch so: Hätte Österreich nicht gemeinsam mit der Schweiz den Zuschlag für die Ausrichtung dieses Turniers bekommen, hätte die Hickersberger-Elf, die Anfang 2008 zwischenzeitlich auf Platz 103 der Weltrangliste abgerutscht war, niemals an diesem Turnier teilgenommen. Der Gegner im ersten Spiel der "deutschen" Gruppe B hieß Kroatien. Von diesem Spiel konnte ich leider nur die ersten zwanzig Minuten verfolgen, was sich jedoch im Nachhinein als ausreichend herausstellte. Durch den frühesten Elfmeter der EM-Geschichte, verursacht durch ein ebenso klares wie unnötiges Foul von Aufhauser im Strafraum, ging Kroatien bereits nach vier Minuten in Führung. Eine Führung, die trotz einer nach und nach stärker werdenden österreichischen Mannschaft bis zum Ende der Partie bestand hatte.

Das zweite Spiel konnte ich dann wieder in voller Länge genießen. Zu Besuch bei einer Arbeitskollegin verfolgte ich das Spiel Deutschland gegen Polen. 2:0 ging es am Ende aus, in einem Fussballforum, in dem ich aktiv bin, schrieb ein User: "Neun Deutsche spielten gegen dreizehn Polen und gewannen durch zwei Eigentore."
Über die zwischenzeitliche Auswechslung des sehr gut spielenden Clemens Fritz gegen Bastian Schweinsteiger habe ich mich zuerst gewundert, sie jedoch später als völlig richtig empfunden. Durch seine Nichtberücksichtigung für die Startelf war der Bayern-Profi unter Druck und zeigte eine starke Leistung, die in der Vorarbeit zum tollen 2:0 durch Lukas Podolski (durchaus ein Kandidat für das Tor des Monats) mündete.
Apropos Podolski. Eigentlich ein etatmäßiger Stürmer, spielte der Ex-Kölner diesmal im offensiven Mittelfeld und zeigte ein sehr starkes Spiel, erzielte beide Tore. Respekt muss man ihm auch dafür zollen, dass er sich über die Tore sicherlich freute, nach außen hin nach dem ersten Tor gar nicht und nach dem zweiten nur sehr verhalten jubelte. Verständlich: Ein Großteil seiner Familie lebt in Polen.
Insgesamt zeigte das deutsche Team eine klasse Leistung, ließ aber in einer Phase in der zweiten Halbzeit die Polen ins Spiel kommen, die durchaus ein Tor hätten erzielen können. Auch Keeper Jens Lehmann strahlte nicht immer die absolute Sicherheit aus. Trotzdem läßt dieses erste Spiel auf einen erfolgreichen Turnierverlauf für unsere Mannschaft hoffen.

Montag, 9. Juni 2008
Der erste Durchgang in der "Todesgruppe" C stand auf dem Programm. Eine Gruppe, in der drei Mannschaften zu finden sind, die als Mitfavoriten gelten können: Holland, Frankreich, Italien. Dazu der Außenseiter Rumänien.

Von den drei favorisierten Mannschaften konnte jedoch nur eine überzeugen.
Frankreich war dies nicht. Franck Ribery war der Lichtblick in einer teils sehr statisch spielenden "Equipe Tricolore", die gegen das Abwehrbollwerk der Rumänen kaum ein Durchkommen fand. Allerdings taten auch die Rumänen kaum etwas für die Offensive, verließen sich zu sehr auf den vorzeitig ausgewechselten Adrian Mutu. Am Ende stand ein leistungsgerechtes 0:0, mit dem die Rumänen durchaus zufrieden sein können. Die Elf von Raymond Domenech dagegen steht jetzt gehörig unter Druck.

Auch der Weltmeister aus Italien zeigte wahrlich keine berauschende Leistung. Von "Catenaccio" keine Spur. Einige haarsträubende Fehler in der Hintermannschaft, in der der verletzt an der Seitenlinie mitfiebernde Fabio Cannavaro schmerzlich vermisst wurde, und ein starker Auftritt der "Oranje" brachten Holland einen verdienten 3:0-Erfolg durch Tore von van Nistelrooj (26.), Sneijder (35.) und van Bronckhorst (79.). Kurz vor dem 3:0 hatte Hollands Torwart van der Sar sein Team mit einer Glanzparade vor dem Anschlusstreffer bewahrt.

Ein Wort noch zu Ruud van Nistelrooj: Der mir eigentlich eher unsympathische Spieler erwies sich in der Anfangsphase als echter Sportsmann, als er nach einer Berührung durch Torwart Buffon im Strafraum zwar strauchelte, sich aber nicht fallen ließ um einen - durchaus berechtigten - Elfmeter zu bekommen.

Der Kabarettist Urban Priol sagte später noch bei Waldemar Hartmann in dessen "EM-Klub", dass es ein seltsames Gefühl sei, dass gerade die Holländer Deutschlands WM-Halbfinal-Niederlage gegen die Italiener nun gerächt hätten.
Holland hat nun die besten Karten in der Gruppe C, das Spiel Italien-Frankreich am 17. Juni wird nun sehr wahrscheinlich den Charakter eines "Gruppen-Endspiels" haben. Das wird noch spannend.

09.06.2008

...was Du liebend getan

Viel zu früh bist Du von uns gegangen, aus Gründen, die wir bis heute nicht ganz verstehen können. Ich fühlte mich zuerst allein gelassen, zumal ich das ganze damals alles noch nicht wirklich erfassen konnte.
In der Folgezeit veränderte sich unser Leben in großem Umfang, alles wäre heute wohl noch anders, wenn Du noch bei uns wärst.

Heute ist dein Geburtstag. Als ich mir nach dem aufwachen des Datums bewusst wurde, musste ich sofort an Dich denken. Leider muss ich zugeben, dass mittlerweile durchaus Tage vergehen, an denen ich nicht an Dich denke. Aber es gibt viele Gelegenheiten, wo ich an Dich erinnert werde. Manchmal überlege ich auch, was Du mir wohl in dieser oder jener Situation geraten hättest zu tun oder was Du selbst getan hättest, wärest Du an meiner Stelle gewesen.

Hin und wieder geschieht es auch, dass ich zum Himmel hinaufblicke und dann der - doch recht kindlichen - Vorstelleung nachhänge, dass Du dort oben sitzt und auf mich herunterschaust. Sicherlich wärest Du nicht immer mit allem einverstanden gewesen, was ich in den letzten zehn Jahren getan habe, aber ich hoffe, doch einiges in deinem Sinne gemacht zu haben. Leider hast Du in einer sehr prägenden Phase meines Lebens nicht mehr bei mir sein können und ich musste meinen bisherigen Weg ein gutes Stück selbstständiger machen als es eigentlich vorgesehen war.

Wie gesagt, heute ist dein Geburtstag. Eine gute und wichtige Gelegenheit, wieder einmal intensiv an Dich zu denken und an die Jahre, die wir zusammen sein konnten. Sicherlich waren wir nicht immer einer Meinung (Kinder haben ja oft andere Vorstellungen von Tun und Lassen als ihre Eltern), aber Du warst immer ein zentraler Bezugspunkt in meinem Leben und eigentlich - Mama, ich hoffe, Du verzeihst mir das - der primäre Ansprechpartner.

Nun gehe ich meinen Lebensweg weiter ohne Dich, weiß aber, dass Du immer da bist und dass wir uns irgendwann wieder sehen.
Ich werde niemals den Trauergottesdienst vergessen und niemals dieses eine Lied, was wir dort gesungen haben.

"Eines besteht, nimmer vergeht, was Du liebend getan."

Du hast in deiner Tätigkeit als Seelsorger, für die Dich niemand materiell entlohnt hat, den Menschen, die Dir für diese Arbeit anvertraut waren, viel Liebes getan. Niemand wird das jemals vergessen und den Lohn für diese Arbeit, sei es in deiner eigenen Familie, an deiner Frau, an deinen Kindern oder an den Familien, die dir für die Seelsorge anvertraut waren, wird dir derjenige geben, der den größten Lohn geben kann.

03.06.2008

Eins zu Vierundfünfzig

In den niedriegsten Niederungen des Amateurfussballs, sprich: Kreisliga, gibt es in den einzelnen Spielklassen oft ein recht großes Leistungsgefälle. Auch haben viele Mannschaften oft nicht immer ihre besten oder gar zu wenige Spieler an Bord - wenn der Sport nur ein Hobby ist, ist das verständlich. Hohe Siege, manchmal auch mit zweistelligen Torzahlen, sind nicht ungewöhnlich.

Ungewöhnlich ist aber ein Ergebnis, dass am letzten Sonntag in der niedrigsten Liga in Köln zustande kam. Das ganze erinnert ein wenig an den letzten Spieltag der Bundesliga-Saison 1977/78, als Mönchengladbach 12:0 gegen Dortmund gewann und der 1. FC Köln dank eines 5:0 gegen den FC St.Pauli nur dank der um noch drei Treffer besseren Tordifferenz Deutscher Meister wurde.

Köln, Kreisliga D9, letzter Spieltag.
Die DJK Löwe II (Platz 4) empfängt die zweite Mannschaft von Rheinkassel-Langel (Platz 3). Tabellenführer Ossendorf ist sportlich bereits in die Kreisliga C aufgestiegen, die Reserve von Germania Nippes hat auf dem zweiten Platz (der ebenfalls zum Aufstieg berechtigt) drei Punkte Vorsprung auf Rheinkassel-Langel II. Und eine um 37 Tore bessere Tordifferenz. Im Normalfall sollte da nichts anbrennen. Auch in der Kreisliga D nicht.

Im Normalfall.

Zur Halbzeit führt Rheinkassel bereits mit 13:0. Nach der Pause stellt die DJK Löwe II dann das Spielen wohl völlig und am Ende gewinnen die Gäste mit 54:1. Sie schießen im zweiten Durchgang 41 Tore.

Hier mag man die Parallele zur Bundesligageschichte Anno '78 noch ziehen können. Allerdings endet sie auch hier. Zwar "feiert" der vorherige Tabellenzweite Germania Nippes II bei Ditib-Türk auch einen hohen Sieg - allerdings fällt der mit "nur" 10:0 "lächerlich" niedrig aus. "Sportlich" steht also neben Ossendorf Rheinkassel als Aufsteiger fest, Germania Nippes zieht den Kürzeren.

Dass es bei diesem Spiel nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann, liegt wohl auf der Hand. Natürlich blieb dieses "Skandalergebnis" auch den Germanen aus Nippes nicht verborgen, sie haben Protest eingelegt. Und sie erhalten Rückendeckung: Kreis-Spielausschuss Vorsitzender Hermann-Josef Schmitz will den Vorfall an die Spruchkammer ergeben. Schmitz wörtlich: ""Das ist eine Schande. Ein solches Ergebnis darf keinen Bestand haben."

Was die Spieler von Löwe II veranlasst hat, sich derart unsportlich zu verhalten, ist mir schleierhaft. Aber wer weiß, was in einer solchen Saison in der Kreisliga alles vorgefallen zwischen den beteiligten Mannschaften. Man wird es wohl nie wirklich erfahren. Das Ergebnis wird so mit Sicherheit keinen Bestand haben. Es für den Gegne rzu werten, wäre allerdings auch eine unglückliche Entscheidung. Vielleicht sollte man beide Mannschaften an das Tabellenende "strafversetzen" (auch wenn dies keinen Abstieg zur Folge hat, weil es keine niedrigere Liga mehr gibt). Es war auch zu lesen, dass eventuell Spieler längerfristig gesperrt oder die Vereine suspendiert werden könnten.

Wie gut, dass es sich hierbei nur ein Spiel handelt und dass es noch dazu nicht in einer höherklassigen Liga, wo es unter Umständen auch um Geld hätte gehen können, passiert ist.

Erinnert hat mich das Ergebnis von 1:54 an das "Fussballspiel" der Fliegen gegen den Elefanten Filemon Faltenreich aus dem Kinderbuch von Michael Ende, dass mit 108:0 für die Fliegen endete.
Allerdings war dem Elefanten gar nicht bewusst, dass er Teil eines - für die Fliegen - bedeutenden Wettkampfes war. Er dachte während der neunzig Minuten lieber an bedeutende Dinge wie "Mond" oder "Seele".

Vielleicht sollte man es dem Elefanten in gewisser Weise gleichtun. Die Verantwortlichen werden ihre Entscheidungen treffen und schon in naher Zukunft wird der Vorfall außer den Beteiligten niemandem mehr wirklich in Erinnerung bleiben, geschweige denn als wichtig erachtet werden.

Pressebericht zum Vorfall
Vorläufige Abschlusstabelle der Kreisliga D9 Köln

P.S.: Was mich noch interessieren würde: Wie kam das einzige Tor der Heimmannschaft zustande?