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25.07.2011

Experte oder Oberpfeife?

Am 5.8. startet die Fußball-Bundesliga endlich in ihre neue Saison. Zeit also, eine Prognose abzugeben, wer denn nächstes Jahr die Meisterschale überreicht bekommen wird.

VM vom Tinneff-Blog hat Blogger aufgerufen, ihren persönlichen Tipp zur Abschlusstabelle 2011/2012 abzugeben.

Mal sehen, ob ich mit dieser Rangliste den "Babak-Rafati-Award" als Oberpfeife einheimse oder doch als Experte geadelt werde:

1. FC Bayern München
2. TSV Bayer 04 Leverkusen
3. FC Schalke 04 (P)
4. Borussia Dortmund (M)
5. Hamburger SV
6. VfB Stuttgart
7. SV Hannover 96
8. 1. FC Köln
9. SV Werder Bremen
10. VfL Wolfsburg
11. TSG 1899 Hoffenheim
12. Hertha BSC Berlin (N)
13. VfL Borussia Mönchengladbach
14. 1. FC Nürnberg
15. FSV Mainz 05
16. FC Augsburg (N)
17. SC Freiburg
18. 1. FC Kaiserslautern

Alle Angaben ohne Gewehr (peng!).

07.11.2009

2000 und ein paar Zerquetschte

Borussia Dortmund II- FC Rot-Weiß Erfurt 1:0 (1:0)

Exakt diese Zahl von Zuschauern war am heutigen Samstag Nachmittag bereit, dass Spiel der Dritten Liga zwischen der Reserve von Borussia Dortmund und dem FC Rot-Weiß Erfurt zu sehen. Dazu kamen neben den Damen und Herren der Presse, Mannschaftsverantwortlichen, Polizeibeamten und Balljungen auch einige Ordner, darunter ich.

Weil das Spiel im Vorfeld als Risikospiel klassifiziert worden war, wurde es nicht in der eigentlichen Heimstätte der BVB-Amateure, dem Stadion Rote Erde, sondern im nebenan gelegenen Westfalenstadion Signal Iduna Park ausgetragen. Angesichts des Verfassungsvermögens von knapp 81.000 wirkte die Zahl der Besucher ärmlich, sie ist aber der Konstellation (Dritte Liga, Heimmannschaft Zweitvertretung eines Erstligisten dessen Erstvertretung am nächsten Tag spielt, Auswärtsmannschaft aus Thüringen, kaltes Wetter) geschuldet und durchaus ordentlich. Denn solche Spiele erzielen durchaus schonmal nur dreistellige Zuschauerzahlen. Etwa 1500 Besucher waren aus der thüringischen Landeshauptstadt und Umgebung angereist. Sie machten in der Nordkurve ordentlich Stimmung, die auf der Südtribüne versammelten hartgesottenen BVB-Fans standen ihnen aber in nichts nach.

Bei Spielen der Profimannschaft besteht meine Aufgabe als Ordner darin, am Nordeingang Leute zu kontrollieren. Heute hatte ich zusammen mit einem älteren Kollegen einen abgesperrten Bereich zu "bewachen". Dadurch konnte ich das Spiel nahezu vollständig verfolgen.

Der Höhepunkt der von "Sportkamerad Florian Benedum" geleiteten Partie ereignete sich bereits in der fünften Spielminute, als Borussen-Stürmer Hille nach einem Erfurter Abwehrfehlen frei vor Torwart Orlishausen auftauchte und keine Probleme hatte, die Kugel einzunetzen.

Dieser frühe Treffer ließ ein gutes Spiel versprechen, dennoch war der Verlauf der Partie insgesamt enttäuschend. Erfurt erspielte sich in der Folge im ersten Durchgang einige Möglichkeiten und Kammlott hatte kurz vor der Pause den Ausgleich aus dem Fuß, war jedoch insgesamt ungefährlich. Nach der Pause übernahm Dortmund wieder die Kontrolle, ließ Erfurt kommen. Denen fiel jedoch nicht viel ein. Da auch der BVB sich auf der Führung ausruhte, verflachte das Spiel und wurde zunehmend langweiliger. Das durch die kalten Temparaturen schon allgegenwärtige Frieren verstärkte sich durch das langweilige Spiel noch mehr. Weitere Tore fielen nicht.

Mir persönlich fielen die Gäste oft durch Fouls auf und kassierten dafür auch zurecht drei gelbe Karten (Dortmund eine). Der Schiedsrichter war allerdings bei seinen Entscheidungen gefühlt einige Male zu oft auf Seiten der Gastgeber.

Das positive zum Schluß für mich und meine Ordnerkolleginnen und -kollegen war, dass das Stadion sich sehr schnell leerte und wir uns ins Warme verdrücken konnten. Gemeinsam mit meiner Liebsten verdrückte ich in der Dortmunder Innenstadt ein Baguette bei D'Angelo, bevor wir uns auf den Heimweg machten.

25.08.2009

Stadionsprüche II: Genugtuung

Letztens am Stadion...

Im Signal Iduna Park kann man nicht - wie in anderen Stadien - innen herumlaufen, da die einzelnen Tribünenbereiche durch Tore versperrt sind. Ebenso kan man nicht jeden Eingang nutzen, um das Stadion zu betreten. Zum einen, weil man nicht jeden Tribünenbereich von überall erreichen kann. Zum anderen, weil das elektronische Zugangssystem den Zugang nur zu den Bereichen gestattet, von wo aus man seinen Platz erreichen kann. So kann man beispielsweise den Westeingang mit Karten für die West- und Südtribüne nutzen. Der Nordeingang ist jedoch nur für Eintrittskarten der Nordtribüne benutzbar. Manche Gäste - insbesondere manche Dauerkarteninhaber - sind jedoch steif und fest der Meinung, sie könnten jeden Eingang benutzen. Manche werden dabei richtig unfreundlich, wie der folgende Dialog am Nordeinang zeigt:

Ich: "Sie haben eine Karte für die Westtribüne, bitte benutzen Sie den nächsten Eingang."

Zuschauer: Hallo? Ich gehe schon seit Jahren hier rein. Das ist ja wohl nicht euer Ernst?!" *motzbrösel*

Ich: "Sie kommen aber durch das Tor gar nicht durch, das System lässt Sie nicht..."

Zuschauer: "Ach, Blödsinn! Ich gehe jetzt hier rein!"

Ich (leicht genervt): "Bitte, dann versuchen Sie's..."

Der Zuschauer geht nach hinten zum Drehkreuz, hält seine Karte in den Scanner und ich vernehme leise das vertraute "Dididiht", das anzeigt, dass der Zuschauer im falschen Sektor ist. Sekunden später sehe ich den Herrn einige Meter von mir entfernt wutschnaubend in Richtung Westeingang davon eilen. Er traute sich wohl nicht mehr bei mir vorbei. Hätte auch sein können, dass ich dann ein triumphierendes "Sehnse?" von mir gegeben hätte.

Trotzdem: Tschaka! Manchmal sollte man den Leuten, die Ahnung von einer Sache haben, durchaus Vertrauen schenken.

09.08.2009

Stadionsprüche I

Was man als BVB-Ordner bei der Eingangskontrolle so alles zu hören bekommt:

"Ihr braucht 'nen achtzigjährigen Mann doch nicht mehr zu befummeln, ihr habt doch wohl 'nen Knall!"
(Etwas älterer Herr, der seinen Unmut äußerte. Meine Antwort: "Dann bleiben Sie doch demnächst zu Hause!")

"Du bist eine..." (Wort zum Glück unverständlich, weil wohl nicht wirklich nett...)
(Ehefrau des o.g. Herren, nachdem sie ihre zwei mitgeführten Flaschen leeren bzw. entsorgen musste und sich dann noch abtasten lassen musste.)

"Ist leider alles echt."
(Humorvolle Aussage eines etwas rundlicheren Mitbürgers während meines Abtastmanövers. So geht's doch auch)

Meine Freundin&Ordnerkollegin zu einem Mann, der sich vor ihr aufbaut und die Arme hebt: "Ich darf Sie nicht kontrollieren, gehen Sie bitte zu meinem Kollegen."
Mann: "Ich habe aber nichts dagegen!"
Meinereiner (in der Nähe befindlich): "Ich aber."

Älterer Mann, steht vor mir, hebt unnötigerweise sein T-Shirt hoch und entblößt ein wunderbares Feinripp-Unterhemd: "Sagen Sie mal, bin ich dick? Meine Frau sagt immer, ich bin dick?!"
Ich: ...

18.09.2008

Fünf lange Jahre...

Fünf Jahre, um ganz genau zu sein, 1757 Tage, mussten die Dortmunder Fans darauf warten: Der BVB ist wieder im internationalen Geschäft dabei. Der Einzug ins Pokalfinale und die damit verbundene Qualifikation für den UEFA-Cup (aufgrund der Champions-League-Teilnahme von Finalgegner Bayern München) rettete für Borussia Dortmund eine verkorkste Saison. Das Ende des Engagements von Thomas Doll konnte dies jedoch nicht verhindern.

Der Start in die neue Saison kann durchaus als gelungen betrachtet werden - auch aufgrund des 3:3-Unentschiedens nach 0:3-Rückstand (allerdings mit Hilfe des Schiedsrichters) gegen den Erzrivalen Schalke 04 im Reviederby.

Jürgen Klopp hat bislang gute Arbeit geleistet, die Mannschaft steht in der Tabelle weit oben.
Mit Udinese Calcio wurde dem BVB der wohl schwerste Gegner einer deutschen Mannschaft für die erste Runde des diesjährigen UEFA-Cups zugelost. Ein Sieg am heutigen Donnerstag Abend wäre wichtig für das Rückspiel in Italien in zwei Wochen. Das Erreichen der zweiten Runde und damit der Gruppenphase wäre wichtig - nicht nur für den Geldbeutel des Vereins, sondern auch für die Moral und die Stimmung im Umfeld.

Alexander Frei hat im Schalke-Spiel Dortmund fast im Alleingang zum Punktgewinn geschossen: Das 1:3 durch Subotic bereitete er per Ecke vor, die beiden anderen Tore erzielt er selbst. Nelson Valdez hatte am ersten Spieltag gegen Leverkusen gleich sein erstes Saisontor erzielt, droht jedoch derzeit schon wieder in der Versenkung zu verschwinden.

Die Defensive wurde stark verjüngt, hat jedoch auch schon einige Gegentore hinnehmen müssen.
Zwar läuft es derzeit ganz gut, aber man darf sich nicht zu sehr auf Alexander Frei und das Glück verlassen. Nicht zu vergessen, dass der wiedergenesene Torwart Weidenfeller gegen Schalke auch wieder Schwächen zeigte.

Ein durchaus richtungsweisendes Spiel findet da heute Abend im Dortmunder Stadion statt. Die Mannschaft wird die Unterstützung der Fans brauchen, um den Tabellensiebten der vergangenen Serie A-Saison zu knacken.

Es ist machbar und wäre so wichtig.