Lange war im bisherigen Verlauf der Tour de France unklar, wie stark welche Favoriten wirklich sind. Mit Fabian Cancellara und Rinaldo Nocentini trugen zwei Fahrer das "Maillot Jaune", die nicht unbedingt zum harten Kern der stärksten Fahrer zählen. Attacken der Armstrongs, Contadors, Evans' oder Sastres gab es kaum. Mehr im Blickpunkt standen der Kampf um das gepunktete Trikot des besten Kletters (sieben verschiedene Träger auf 15 Etappen) und das Grüne Trikot des besten Sprinters (Zweikampf von Mark Cavendish und Thor Hushovd). Man fragte sich zurecht, wann endlich einer der Favoriten das Heft in die Hand nehmen und zumindest versuchen würde, die Kontrahenten zu distanzieren. Besonders im kasachischen Team Astana, das mit Armstong, Contador um dem Deutschen Andreas Klöden gleich drei Tourfavoriten in seinen Reihen hatte, war die Führungsrolle nicht klar.
Das änderte sich am heutigen Sonntag auf dem 15. Teilstück der "Grand Boucle" von Pontarlier nach Verbier auf schweizerischem Gebiet. Der Sieger der Tour 2007, Alberto Contador, trat auf dem Anstieg zum Ziel frühzeitig an und setzte sich ab. Lance Armstrong und Andreas Klöden konnten, wollten oder sollten ihm nicht folgen und verloren beide rund anderthalb Minuten. Zweiter der Etappe wurde der Luxemburger Andy Schleck vor Vincenco Nibali aus Italien. Der vorherige Träger des Gelben Trikots, Nocentini, kam als 19. ins Ziel und ist jetzt Sechster der Gesamtwertung (2min 30 sec Rückstand).
Contador führt das Klassement mit einem Vorsprung von 1 min 37 sec auf Lance Armstrong und 1 min sec 46 auf den Briten Bradley Wiggins an.
Nach dem Ruhetag führt am Dienstag das 16. Teilstück der Tour über 159 Kilometer von Martigny nach Bourg-Saint-Maurice. Je eine Bergwertung der Ehrenkategorie und Ersten Kategorie bieten noch einmal eine Möglichkeit, den Träger des Gelben Trikots anzugreifen. Sollte dies nicht erfolgen oder nicht erfolgreich sein, dürfte die 96. Tour de France fast schon entschieden sein, es sei denn, Contador verlöre beim Einzelzeitfahren in Annecy am Donnerstag oder am Mont Ventoux am Samstag viel Zeit.
Es bleibt also durchaus weiterhin spannend.
Posts mit dem Label Tour de France werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tour de France werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
19.07.2009
16.07.2008
Tour de Farce?
Und es war wieder ein Spanier: Moises Duenas ist der zweite ertappte Dopingsünder der Tour de France 2008. Der Fahrer vom Team Barloworld wurde auf der vierten Etappe des Dopings mit EPO überführt.
Es ist eine zwiespältige Sache: Zum einen ist es traurig, dass es Radsportler immer noch für nötig erachten, mit illegalen Mittelchen nachzuhelfen. Der Erfolgsdruck muss enorm hoch sein, wenn in Zeiten einer verschärften Anti-Doping-Gesetzgebung immer noch auf nachweisbare Mittel zurückgegriffen wird. Immerhin hat es Duenas bis auf Platz 19 der Gesamtwertung geschafft, was wiederum die Frage aufwirft, ob die vor ihm platzierten 18 Fahrer so viel besser sind als der Dopingsünder, um es auch ohne "Zusatzenergie" durch Frankreich zu schaffen. Oder ob sie nicht vielleicht auch nachgeholfen haben.
Zum anderen ist es erfreulich, dass die neuen Maßnahmen der Anti-Doping-Kommissare zumindest teilweise greifen. Man hat ja fast die Hoffnung, dass weitere Fahrer noch als Dopingsünder entlarvt werden. Verdächtig ist für mich durchaus auch Ricardo Ricco, der auf einer Etappe allen anderen in unglaublicher Manier davonflog.
Eine Parallele zum letzten Jahr gibt es jedenfalls: Auch damals wurde am ersten Ruhetag ein Fahrer - Michael Rasmussen - aus der Tour genommen.
Es ist eine zwiespältige Sache: Zum einen ist es traurig, dass es Radsportler immer noch für nötig erachten, mit illegalen Mittelchen nachzuhelfen. Der Erfolgsdruck muss enorm hoch sein, wenn in Zeiten einer verschärften Anti-Doping-Gesetzgebung immer noch auf nachweisbare Mittel zurückgegriffen wird. Immerhin hat es Duenas bis auf Platz 19 der Gesamtwertung geschafft, was wiederum die Frage aufwirft, ob die vor ihm platzierten 18 Fahrer so viel besser sind als der Dopingsünder, um es auch ohne "Zusatzenergie" durch Frankreich zu schaffen. Oder ob sie nicht vielleicht auch nachgeholfen haben.
Zum anderen ist es erfreulich, dass die neuen Maßnahmen der Anti-Doping-Kommissare zumindest teilweise greifen. Man hat ja fast die Hoffnung, dass weitere Fahrer noch als Dopingsünder entlarvt werden. Verdächtig ist für mich durchaus auch Ricardo Ricco, der auf einer Etappe allen anderen in unglaublicher Manier davonflog.
Eine Parallele zum letzten Jahr gibt es jedenfalls: Auch damals wurde am ersten Ruhetag ein Fahrer - Michael Rasmussen - aus der Tour genommen.
Abonnieren
Posts (Atom)