Und das ist auch gut so. Jeder, der etwas anderes sagt, sollte darüber mal gründlich nachdenken. Im Westen war und ist nicht alles gut, auch nicht während der "Bonner Republik", aber noch weniger war in der DDR gut. Man sagt heute, "es war nicht alles schlecht". Dies sagt man mit einer nostalgischen Erinnerung an DDR-Produkte, die es nicht mehr gibt, an die gute Kinderbetreuung, an die Tatsache, dass nahezu jeder einen Job hatte. Das ist alles richtig.
Aber dennoch war das Land geteilt, eine Tatsache, die wir in der jüngeren Geschichte nur mit Vietnam und Korea gemeinsam haben. Ich habe selbst von der Teilung Deutschland nicht mehr viel mitbekommen, ich bin 1983 geboren worden. Beim Fall der Mauer war ich grade sechs Jahre alt, noch nichtmal in der Schule und habe vom Weltgeschehen noch nicht viel mitbekommen. Den bewussten Teil meines Lebens habe ich in einem einigen Deutschland verbracht. Und auch wenn ich die Male, die ich
Vor den Problemen darf man natürlich auch nicht die Augen verschließen. Der Aufbau Ost ist noch lange nicht abgeschlossen. Teile der östlichen Bundesländer drohen zu entvölkern, die jungen Leute ziehen weg, es werden geringere Löhne gezahlt, die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich hoch, ebenso der Zuspruch zu radikalen Parteien, die Wahlbeteiligung sinkt (wie im ganzen Bundesgebiet). Wir leben in einer schwierigen Zeit.
Aber die Einheit Deutschlands ist vollendet, wir leben in einem friedlichen Europa. Zwar hat auch Europa seine handfesten Krise, wie derzeit mit dem Euro. Es ist aber auch klar, dass die Deutsche Einheit ohne die Integration Deutschlands in Europa nicht möglich gewesen wäre.
Trotz allem, wir leben in einer guten Zeit. Frieden herrscht solange, wie noch nie. Und es ist nicht abzusehen, dass sich das hier ändert.
Danke, Deutschland.
